Tagebuch

Nach wieder längerer Zeit entstand gestern, am 8.4.2021, ein neues Unikum. Das war eine spontan Geburt *lächel* aber das Thema hatte mich Wochenlang im Griff.

Ich staune das der so jung ist, der hätte schon lange Zeit vorher da sein können:)

 

Dieses mal gibt es dazu ein sehr langen Text zu.

Manchmal isses so.............

 

Ich und die Selbsthilfe

 

 

Zuerst muss man sich vielleicht fragen wie es zu dem Bedarf kommt?

 

Na klar

 

In die Situation zu kommen, sich selbst helfen zu müssen bedarf es einem Problem oder einer Krise.

 

Uns selbst helfen müssen wir quasi ein Leben lang, es ist ein fester Bestandteil des Lebens an sich, Dinge zu bewältigen oder zu überwinden. Nur werden die Probleme zu Krisen, oder für uns nicht erkennbar, oder erscheinen sie uns übergroß, oder fehlt uns Wissen und Erfahrung in bestimmten problematischen Situationen (Was ist mit mir los?) oder begegne ich der Situation zum ersten Mal, müssen wir unter Umständen unser Problem/Krise/Umstand nach außen tragen, oder es zwingt uns sogar dazu, weil es einfach nicht mehr weiter geht.

Dann braucht es Hilfe von Anderen

Da ich hier spezifisch über seelisch/psychische Betroffenheit schreibe handelt es sich hier dann, in diesen Situationen, um Therapeuten, Neurologen, Hausärzte, Kliniken etc.

 

Zunächst gibt es einen Befund unsere auserwählten Hilfs-Person. Später wird es gern zementiert durch Diagnosen, die werden gesellschaftlich benötigt um uns Kassenspezifisch einzuordnen.

Wir sollten darüber nachdenken wie es zu Diagnosen kommt und was wir damit zu tun haben. Zunächst ist es ein Bild, ein Begriff, wie mein Gegenüber mich sieht. Ich kann mutig schreiben, man kann die Gegenüber Fragen wie er darauf kommt, das ermöglicht erste Einsichten was mit mir los ist.

 

Bei meiner ersten, bewussten Diagnose, da war ich schon eine Weile auf diesem Weg und ich erinnere mich, ich war stinke sauer was sich diese Frau einbildet? mich als Co-Alkoholikerin zu bezeichnen.

Beim Blick zurück eine der treffendsten Diagnosen, wie ich finde, mich beschäftigt bis heute das Thema Co-Typ zu sein!

 

Zwangsläufig beginnt eine ungewisse Zeit von Neuem, von überwältigendem, von Un-mut, Zweifeln, Überforderung. Das System „Gesellschaft/Kultur“ hat eine große Anzahl von Möglichkeiten auf den Betroffenen zu reagieren.

  • Wir können uns ja gerade nicht selber helfen?  –

 

An dieser Stelle schreibe (erzählen ist nicht wirklich so mein Ding, da ist schon wieder das ganze gegenüber *lächel) ich gern von meinem Weg.

Ich bin Langzeit Betroffene und habe vieles durch.

Ich war Anfang 20 (ich schreibe hier gerade als noch 54-jährige) als nichts mehr ging.

Ich war bereits Mutter (mit 19 Jahren) und erinnere mich, dass ich auf dem Boden lag und nicht weiter wollte……… (eine sehr krasse Erinnerung). Im rückblick bedauernswert, wie schlecht es mir ging.

 

Was mir hier in den Kopf schießt:

Bei allem scheitern an Beziehungen, etc. hatte ich immer Partner die mich eigentlich behalten hätten, mit all meinen Paketen! Nur Einer hat mich verlassen…(dementsprechend schlimm war auch die Phase).  Finde ich höchst erstaunlich, wie fest doch Menschen zu uns halten können!

 

Ich war bei meinem ersten Mal „allein nicht weiterkommen, am Boden liegend“ zeitnah bei einem Psychologen, in Einzelgesprächen gelandet, der gleich zum Beginn unseres Wegs in den Urlaub ging. Er bot mir an, wenn ich allein nicht klarkomme, könnte ich für diese Zeit in die Klinik, das Angebot nahm ich an.

Krass war, die Klinik hatte nur einen geschlossenen Bereich und ich traf auf das breite Spektrum von Erkrankung. Eine zutiefst kranke, tolle Frau mit einer sehr gewaltigen Erfahrung, bleibt mir bis heute im Gedächtnis!

In dieser ersten Klinik-Zeit saß ich dort auf dem Bett und häkelte Topflappen…….. (interessant, ich habe lange erzählt ich entdeckte meine Kreativität in den Kliniken, dabei hatte ich es längst in mir?)

Ein langer Weg bahnte sich.

Das Scheitern nahm kein Ende!

Arbeit, Umzüge, Partner und immer meine Tochter an meiner Seite!

Gruppentherapien, Einzeltherapien, Rehas, etc. Im Grunde ein Kampf mit mir Selbst, wenn ich jetzt zurückblicke. Auf dem Weg selbst fand ich vieles einfach wider meiner Person. Medikamente zum Beispiel, gar nicht mein Fall, immer eine Diskussion.

Wieder Eingliedern, Tagesstruktur, all das hatte man mich doch längst gelehrt an dem war ich doch dauernd gescheitert, letztlich am Boden liegend?!

 

Ich erinnere mich, es kam wieder ein ähnlicher Zustand am Boden, dieses Mal zumindest schon sitzend.

Neue, leere Wohnung, keinen Partner, meine Tochter immer dabei…………..

Fast alles verloren oder nie etwas gehabt? (Interessant ist hier gerade, für mich, dass meine Ursprungsfamilie in dieser Erinnerung, zu diesem Thema, gar keine Rolle spielt. Wobei ich natürlich erfahren habe was, eben meine Familie, mir nicht mitgegeben hat, warum ich in diese Situation kam, ganz frei von Bewertungen)

 

Aufgeben war nicht mein Ding, zum Glück!

Eigentlich, zu fast jedem Zeitpunkt, wollte ich leben!!

Was mich mein Leben lehrte, hier noch unbewusst, nichts annehmen ohne prüfen.

Damals noch ein unbewusstes NegativProgram das mir ein WIR sein unmöglich machte, denn Nähe war immer Verletzung, klein sein, unwichtig sein, etc.

Immer noch darauf bedacht Leistungen zu erbringen kam also für mich nur eine Selbständigkeit in Frage und da bot sich eine Weiterbildung an in der man gemeinsam das Konzept, in die Selbständigkeit, erarbeitet.

Es kam zum Thema Logo für das eigene Unternehmen, und ein völlig neuer Weg offenbarte sich mir (da natürlich noch nicht offensichtlich), weil hier meine erste Perlfigur entstand, mein erstes Unikum war geboren.

 

Natürlich wurde ich nicht selbständig aber es begann die Zeit der Einkehr und es begann die Zeit der Ich-arbeit (so nenne ich das. Sehr lange Zeit brauchte ich für alles was ich tue neue Begriffe, weil die Kultur die Begriffe, die ich brauchte, nicht hergab).

Und so brauchte ich für meinen Seelen/Psycho-Weg auch ein eigenes Werkzeug, die Unikumfamilie war geboren.

 Ich nahm mich als Mensch quasi in Einzelteile auseinander.

Ich weiß noch wie Aufgewühlt ich war, wenn ich ein Teilchen fand, es mir betrachtete, es ganz tief betrachtete und es als Anteil meiner selbst verstand.

Das klinkt für den einen oder anderen vielleicht spuky aber das erste Mal im Leben ging es um mich, welche Haltung ich zu Themen habe, dass ich eine Frau bin!

Das es Hoffnung gibt und was ich damit anstelle, wo ich Kraft tanke und wo ich Kraft verliere…………

 

Ich begann im Grunde, mich auf den Weg der Selbst-Hilfe zu bewegen, ich begann mir selbst zu helfen!

Alles andere vorher hat mich genau dahin gebracht (krass wie lange das gedauert hat, können wir das heute schneller?)

 Wir sind jetzt hier beim Rückblick im Jahr 2001. Ich bin mittlerweile Mitte 30. 10 Jahre vom akut Betroffen sein bis zur Einkehr, zur Selbst-Hilfe.

Aber ich brauchte eben so lange wie ich brauchte…… In einer Gesellschaft die lieber vorwärts kommt, schneller und höher will, ein Unding aber meine Geschichte!

 

Ich fand auf diesem Weg eine wundervolle Frau, einen tollen Menschen, nämlich mich selber!

 

Nach einer gewissen Zeit an Innenkehr wagte ich mich wieder raus.

Die Konfrontation mit dem Wir ließ mich wieder scheitern!

 

Aber ich hatte jetzt zumindest diese wundervolle Innenwelt die ich wieder und wieder, bis heute, beacker.

Humus, der Kontinent wo meine ganzen Einzelteile (Unikums) leben ?.

 Ein starker, persönlicher, Lebens-Anker.

Ich habe meine Innenarbeit, kreativ umgesetzt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Denn ich war mir sicher, was mir hilft, „kann“ auch anderen helfen!

 Die Unikumfamilie, mit heute mehr als 100 Einzelthemen leben auf einem Kontinent Namens Humus mit seiner Hauptstadt Oppidum.

Ich habe mich auf meinem Weg „auch“ als Künstlerin verstanden, Maler malen, andere schreiben, wieder andere spielen Theater und erarbeiten sich so ihr Leben.

Ich mache es in kleinen Perlfiguren und einer immer wachsenden Geschichte dazu, einen Ort ICH, der mittlerweile auch das WIR packt!

 

Nach vielen Anläufen, dem tiefen Wunsch nach Teilhabe und dem immer wieder nicht ankommen startete ich 2012 mit einer Mini Ausstellung, in Form einer Vitrine, bei meiner Zahnärztin.

Die nannte ich „klein aber oHo“

Quais Selbständig entwickelte ich Teilhabe über die Kreativität und traf oft, ungewollt, auf psychisch/seelisch Betroffene, Gleichgesinnte.

 

Mein Lebensweg pflastert das „verletzt sein von meinen MitMenschen“ das habe ich bisher nicht überwunden und so bleibt mein großes Thema Nähe und Distanz. Heute, aufgrund meiner Einsichten tobt es selten unbewusst und ich finde Zeiten, Orte und Möglichkeiten das immer und immer wieder aufzuarbeiten.

 

Gesund bin ich nicht, zumindest gesellschaftlich betrachtet nicht, denn ich habe nie geschafft die kulturellen Erwartungen zu erfüllen, und so fand ich mein Frührenten-Leben im selbständigen Ehrenamt!

Aus der Vitrine wurden viele Vitrinen und mehr Menschen, nie viele, aber im August 2019 gründeten wir einen Verein, weil uns Menschen auf unserem Weg unterstützen wollten.

Auch auf diesem neuen Weg habe ich schwer zu knabbern, aber wir sind schon etwas besonders, zumeist kreative Menschen, früher wären wir vielleicht Künstler geworden. Aber auch Menschen die mal über den Tellerrand gucken wollen treffen wir und was mich immer wieder erstaunt ist, wie kreativ viele Betroffene sind.

Steckt da die Sehnsucht nach Handwerk??

Ab und an finden auch Angehörige zu uns, denen stehen wir gerne mit unseren Erfahrungen zur Verfügung. Es gibt Zeiten da muss man sich „Außen“ Hilfe holen. Es gibt Zeiten da hat man sich alles gesagt sucht aber trotzdem nach antworten.

Wir haben das alles erlebt, wir können „einfach“ darüber sprechen was wir gebraucht hätten, was uns half, was wir gar nicht wollten, etc.

Wir sind die Lebens-Erfahrung- Psyche und Seele und helfen gern dabei sich selbst zu helfen.

 

Selbsthilfe ist nicht eingestaubt, braucht auch keinen neuen Namen, Selbsthilfe ist das was wachsen muss, wenn uns das Leben auf diesen Weg schmeißt.

 

Selbsthilfe ist alltäglich, wichtig für alle Menschen. Nicht jeder muss von Krankheit Betroffen sein, das Leben selbst ist auf und ab.

Deshalb ist es wünschenswert wir stärken die Selbst-Hilfe-Fähigkeit von Anbeginn unseres Weges und machen Menschen fit, kreativ fit, damit sie dem Leben, das immer Überraschungen parat hat, etwas bieten können.

Handlungsmöglichkeiten

Umso mehr wir das aus-bilden umso weniger „Erkrankte“ haben wir und um so „beweglicher“ können wir handeln.

 

Schafft keine Abziehbilder von Eurer Lebensidee, sondern lasst Kinder werden, begleitet sie, lasst sie sich entfalten und ihren Impulsen und Fähigkeiten folgen, unbenotet und konkurrenzfrei!

 

Betrifft es dich dann doch, hat das System gute Angebote uns aufzufangen, aber gehen müssen wir dann irgendwann doch selber.

HEUTE können da „auch“ die sogenannten ErfahrungsExperten (Psychiatrie Erfahrenen) helfen. Die sind den Weg, unter Umständen, schon öfter gegangen und haben sich deshalb entschlossen die SelbstHilfe-Erfahrungen weiter zu geben.

 

Egal an welchen Punkt du dich gerade befindest, es braucht die Arbeit am Problem, es braucht die Wissensbildung zum Thema und es braucht auch das Umfeld um sich selbst zu erweitern.

 

Wir haben also Erfahren SelbstHilfe ist innen und außen!?

 

Sich selbst helfen (die Fähigkeit sich selbst zu helfen),

 

                                                       sich helfen lassen (zu wissen wann ist Hilfe nötig)

 

                                                                                                und selbst Hilfe unterstützen (Erfahrung teilen)

 

Ich bin auf allen drei Ebenen immer wieder unterwegs. Hilfe holen ist für mich immer noch die Königsdisziplin ?, aber das meiste kann ich mittlerweile tatsächlich selbst.

 

Mein letzter Hilferuf ist aus 2018, als mein Wahlbruder plötzlich starb und ich selbst mit dem Herzen bekam, da brach das erste Mal Panik in mein Leben und ich konnte nicht unterscheiden ist es das Herz oder die Psyche!!

 

Meine Motivation Selbst-Hilfe basiert darauf Fähigkeiten und Möglichkeiten in sich selbst zu finden und dann mit dem Wir (der Gesellschaft) zu teilen.

Das ist ja der Weg den ich gegangen bin.

Ich möchte Jeden darin unterstützen sich als Teil der Gemeinschaft, als Individuum, zu begreifen, das war und ist auch mein Bedürfnis.

 

Was immer dir hilft und keinem anderen schadet, tu es, versuch es, schaue es dir an.

 

Kümmert Euch um Euch selbst, lasst euch helfen und helft!

ALLES „aber“ zu seiner Zeit!

 

Das Thema Selbst-Hilfe hat vielleicht mehr Bedeutung als die Gesellschaft wahr nimt?

 

Selbsthilfe hat einen riesigen Platz in der Gesellschaft aber als „gewichtig“ wird sie wohl eher nicht betrachtet, ist das alles so richtig?

<< Auf welche Impulse reagieren wir? >>

 

Immer mal wieder, möchte ich ins Bewusstsein holen, auf was wir reagieren!

Für mich ist es immer eine riesen Hürde den ganzen Anforderungen gerecht zu werden und dannn  "tillt" es in mir:)

 

Dann mache ich einfach solche Fotos, ich habe mir mal wider garkeine Haare gekämmt. Das mache ich zur Zeit öfter, wegen dem starken Haarausfall:)

 

Wären wir nun alle "einfach" viel natürlicher, weniger Plastik, weniger "Blink, blink" (sage ich immer) dann wäre unserer Seele geholfen, weil weniger Stress und der Natur ist auch geholfen, weniger Müll, weniger unnatürliches.

 

Da war mir heute wiedereinmal nach.

 

ICH muss aber feststellen, die Menschen auf meinem Weg nehmen mich auch so wie ich bin, in meiner EINFACHHEIT und das ist GUT SO.

 

Natürlichen Tag wünsche ich Euch

11.Oktober 2020

 

#krisenkraft

#seelischegesundheit

<< Zur Zeit arbeite ich an einem neuen Buch>>

 

Ein Buch zu schreiben und erstellen ist schon krass, denkt man daran wenn man es für 5 Euro kauft? Oder was kosten Bücher so?
-Erstmal muss man was erlebt haben das man aufschreiben kann.
Dann
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Stunde um Stunde.... Jahr um Jahr
Vielleicht hilft es ja jemanden:)